Kinderosteopathie

Bei älteren Kindern stehen andere Symptome als bei den Babys im Vordergrund. Immer häufiger habe ich Schulkinder mit Rückenschmerzen in der Praxis. Ursachen hierfür können Bewegungsmangel, zu schwere Schulranzen oder zu niedrige Tische in der Schule sein. Die Folge können fasziale Verklebungen sein, die der Osteopath mit sanften Techniken zu lösen versucht.

Hier finden Sie eine Liste diverser Symptome bei denen Osteopathie bei Kindern eingesetzt wird.

Anwendungsgebiete

  • innere Unruhe, Reizbarkeit (oder sehr ruhiges Kind)
  • ständiger Bewegungsdrang (oder Bewegungs“faulheit“)
  • motorische Entwicklungsverzögerung
  • Koordinationsstörungen
  • Konzentrations- und Lernstörungen
  • plötzliche Änderung des Sehvermögens
  • chronische Infektionen (häufig Mittelohr und obere Atemwege)
  • Kopfschmerz (oft ab 7. Lebensjahr)
  • Gesichtsasymmetrie
  • Unregelmäßigkeit der Gebißentwicklung
  • Rückenbeschwerden, Haltungsstörung

 

Osteopathie in Begleitung zu kieferorthopädischen Behandlungen

Einige der oben genannten Probleme stehen in Verbindung mit Zahnspangen und kieferorthopädischen Behandlungen. Diese können die Spannung der Schädelhäute und Knochen verändern und dadurch Probleme bereiten ( Veränderung des Sehvermögens, Konzentrationsprobleme, Kopfschmerzen). Auch hier ist es Ziel der Osteopathie mit Cranio-Sakralen Techniken Abhilfe zu schaffen.  Wenn bei Ihrem Kind eine kieferorthopädische Behandlung geplant ist, kann es sinnvoll sein schon vor dem Abdruck für die Zahnspange eine osteopathische Behandlung durchzuführen, um eine optimale Ausgangslage zu schaffen.

 

Ablauf einer Kinderbehandlung

Kinder reagieren in der Regel sehr gut auf Osteopathie. Die Behandlungszeit variiert je nach Alter und Verfassung des Kindes. Viele Kinder sind sehr interessiert und möchten genau wissen, was ich grade mache. Andere entspannen schnell und schlafen sogar während der Behandlung ein. Grade ältere Kinder ziehen es vor nach der ersten Behandlung ohne Eltern im Behandlungsraum zu sein, jüngere fühlen sich meist mit den Eltern wohler. Manche Kinder möchten sich nicht gleich anfassen lassen. Dies muss unbedingt respektiert werden und ein spielerischer Ansatz ist häufig sinnvoll. Dieser kann so aussehen, dass ich dem Kind die Griffe zunächst an der Puppe oder dem Stofftier des Kindes zeige oder auch an den Eltern demonstriere. Manchmal braucht es viel Zeit, bis ein Kind Vertrauen fasst. Es gibt Eltern, die dann ungeduldig werden und einen sofortigen Behandlungsbeginn erzwingen wollen. In diesem Fall müssen jedoch die Bedürfnisse des Kindes an erster Stelle stehen, denn ohne Vertrauen in den Therapeuten ist eine Arbeit mit Kindern nicht möglich. Ein Kind ist immer ein Kind und kein kleiner Erwachsener.

 

Erfahrungen

In einer meiner ersten Kinder Behandlungen hatte ich einen drei jährigen Jungen, welcher eine stark verzögerte Sprachentwicklung zeigte. Er war anfangs sehr verängstigt, wollte auf keinen Fall in die Nähe der Behandlungsbank und fauchte wie ein kleines Tier und versuchte zu beissen. Die begleitende Oma war darüber verärgert und fing an zu schimpfen und wollte ihn gewaltsam auf die Bank setzen. Die Situation drohte zu eskalieren, an eine Behandlung war nicht zu denken. Ich bat dann die Oma sich mit dem Jungen auf dem Schoss auf den Boden zu setzen, was er akzeptierte. In den weiteren Schritten ging ich vor wie oben beschrieben. Ich erklärte ihm genau, was ich als nächstes vorhabe und zeigte ihm die Griffe an seiner Oma. Das Ziel war, seinen Kopf zu untersuchen. Da dies jedoch viel Vertrauen des Kindes erfordert, begann ich in einer neutralen Zone, den Armen. Nachdem er merkte, dass alles völlig schmerzfrei und ohne psychischen Druck abläuft, entspannte er sich zusehends.  Zwischendurch musste er sich immer wieder austoben und erkundete so nach und nach den ganzen Raum und wagte sich allmählich auch an die Behandlungsbank. Bereits in der dritten Behandlung kletterte er selbstbewusst freiwillig auf die Bank und schlief während der Cranio-Sakral-Behandlung tief und fest ein. Dieser Vertrauensbeweis rührt mich bis heute und zeigt mir, wie wichtig es ist auf ein Kind einzugehen.